Ich habe eine Idee für ein neues Trinkspiel: Jedes Mal wenn ein Kommentator oder Moderator das klassische “der Pokal hat seine eigene Gesetze” loslässt, gibt es einen Schnapps. Einziges Problem: Die acht Spiele am heutigen Abend sind auf zwei Anstoßzeiten verteilt, spätestens nach den ersten vier Partien ist man betrunkener als Paul Gascoigne an einem Samstag Abend. Wir wissen ja, dass besonders im Pokal die Kleinen die Großen schlagen können, der KO-Modus sei dank. Doch wenn man sich die Pokalsieger seit 2000 anschaut (2x Schalke 04, 4x Bayern München, 2x Werder Bremen und einmal Nürnberg) spricht es nicht mehr für die großen Sensationen. Nicht zuletzt durch den Europa League Platz für den Pokalsieger, die Ausstrahlung aller Spiele im Pay-TV und den Ausschluß der Amateurmassen hat der Pokal an Bedeutung gewonnen.
Bayern München (Bundesliga) : Rot-Weiß Oberhausen (2. Liga) (19 Uhr)
Heimspiel für die Bayern, Trainer van Gaal schont Robben und Schweinsteiger. RWO kann jeden Cent gebrauchen, für den Rekordmeister eine lästige Pflichtaufgabe. Klassisches David-schlägt-Goliath Potential. Doch am Weiterkommen des Giganten in der Allianz-Arena zweifelt dennoch keiner.
Eintracht Tier (Regionalliga West) : Arminia Bielefeld (2. Liga) (19 Uhr)
Geschätze dreißig Zuschauer beim sky Live-Spiel, einschließlich des Kommentators, der auf seinem Monitor sich lieber andere Spiele anguckt. Der Heimvorteil liegt beim eingeschworenen Pokalschreck (wieder ein Schlückchen fällig). Regionalligist gegen ehemaligen Bundesligist. Das Spiel könnte die Sensation werden.
Borussia Mönchengladbach (Bundesliga) : MSV Duisburg (2. Liga) (19 Uhr)
Gibt es das klassische “Wir-lassen-uns-aus-dem-Pokal-kegeln-und-konzentrieren-uns-auf-die-Liga” Spiel noch? Duisburg und Gladbach sind beides Kandidaten. Die Zebras haben ihre Priorität auf den Aufstieg gelegt und absorbiert damit das “Wir-wollen-den-Klassenerhalt-mal-am-32.-Spieltag-sichern” Verlieren-Wollen von Gladbach. Verlängerung ist durchaus möglich.
1. FC Nürnberg (Bundesliga) : 1899 Hoffenheim (Bundesliga) (19 Uhr)
Nürnberg hat, trotz einer durchwachsenen Saison, ein ruhiges Umfeld. Der Pokalsieger von 2007 könnte eine Niederlage gegen die starken Hoffenheimer verkraften. Doch auch die Rangnick-Elf ist für einige Negativüberraschungen gut. Die Qualität spricht aber für Hoffenheim.
Rot-Weiß Ahlen (2. Liga) : Greuther Fürth (2. Liga) (20.30 Uhr)
Für Ahlen geht es nur darum den Abstieg in die 3. Liga zu vermeiden. Die Kleeblätter gewinnen die Partie.
VfL Bochum (Bundesliga) : FC Schalke 04 (Bundesliga) (20.30 Uhr)
Bochum in der Heimpremiere nach der Koller-Krise mit den neuen Trainern Heinemann und Wosz. Schalke hat die Angewohnheit kriselnde Teams wiedererstarken zu lassen. Bochum wird versuchen Kredit an die Fans zurückzuzahlen, Schalke spielt um Geld um die Verbindlichkeiten bei Londoner Banken zurückzuzahlen. So sieht Druck aus.
Karlsruher SC (2. Liga) : Borussia Dortmund (Bundesliga) (20.30 Uhr)
Dortmund ist seit fünf Spielen sieglos, da kommt der KSC gerade richtig für die Klopp-Elf. Tamasz Hajnal tritt gegen seinen alten Verein an. Nach dem unglücklichen Unentschieden gegen Hannover werden die Borussen heiß sein, sich nicht die nächste Blamage zu erlauben.
TuS Koblenz (2. Liga) : Energie Cottbus (2. Liga) (20.30 Uhr)
Wieder ein Fall von dreißig Zuschauern und eines der Spiele, die den DFB-Pokal nicht wirklich prägen. Abstiegskampf für beide Teams in der 2. Liga. Dennoch Vorteil Cottbus.